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1. Grund

Investitionen in frühkindliche Bildung haben mit die höchste individuelle und volkswirtschaftliche Rendite und zeichnen sich sowohl durch kurz- und langfristige Nutzeneffekte aus.

Immer wieder fordern unterschiedliche internationale und nationale Akteure mit Blick auf die bedeutende Phase frühkindlicher Entwicklung, dieser frühen Bildungsphase mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Auch in der Ökonomie werden seit einigen Jahren Themen der frühkindlichen Bildung vermehrt diskutiert.

Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass sich international renommierte Ökonomen wie der Nobelpreisträger James Heckman mit diesem Thema befassen. Die Ökonomie analysiert, inwiefern es sensible Perioden gibt, in denen bestimmte Inputs geleistet werden müssen, um spätere Fähigkeiten zu entwickeln. Dabei weist Heckman mit seinen Koautoren darauf hin, dass Fähigkeiten selbstproduktiv sind, das heißt, eine in der frühen Kindheit erworbene Fähigkeit erhöht die Wirkung späterer Inputs.

Wie sehr sich die frühkindliche Bildung lohnt, stellten die Berater von McKinsey bereits vor einigen Jahren in einer internationalen Metastudie fest: Jeder Euro, der in die frühen Jahre investiert wird, würde laut McKinsey für den Einzelnen und für die Gesellschaft mit zwölf Prozent verzinst. (Ein akademisches Studium hingegen bringt nur acht Prozent.) Dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln kamen die McKinsey-Zahlen auf der Grundlage einer Langzeitstudie etwas hoch vor. Man rechnete nach und kam für die frühen Jahre sogar auf eine Rendite von 13 Prozent.

Unstrittig ist: Wer frühzeitig in Bildung investiert, tätigt langfristige Zukunftsinvestitionen für die Gesellschaft, denn mit zusätzlicher Bildung steigt auch die Beschäftigungsquote und das Einkommen. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch: Früh investieren, statt später reparieren!

Und aus individueller Perspektive sind die Wirkungen ebenfalls beachtlich: Die Bedeutung der frühen Kindheit (1. bis 6. Lebensjahr) für das Lebenseinkommen liegt Berechnungen zufolge bei 40,02%, für die mittlere Kindheit (7. bis 12. Lebensjahr) bei 30,83% und das restliche Leben bei 29,15%.


(vgl. u.a. Katharina Spieß et al. 2002; Jürgen Kluge / McKinsey 2005;  James Heckmann 2006; Christina Anger, Axel Plünnecke und Michael Träger / IW 2007; Tobias Fritschi und Tom Oetsch 2008; Friedhelm Pfeiffer und Karsten Reuß 2008 ; Bertelsmann Stiftung [Hrsg.] 2012)