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2. Grund

Der volkswirtschaftliche Nutzen bzw. eine volle Rendite kann nur dann erreicht werden, wenn eine pädagogisch gute Qualität realisiert wird.

Nationale wie internationale bildungsökonomische Studien stützen nicht nur die Annahme, dass öffentliche Investitionen in Kinderbetreuung auch aus volkswirtschaftlicher Sicht lohnenswert sind. Vielmehr übersteigt der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten bei Weitem.

Aus der Forschung ist zudem bekannt, dass die Rendite frühkindlicher Bildungsinvestitionen nur dann besonders hoch ist, wenn eine gute pädagogische Qualität gesichert ist. Die NUBBEK-Studie kommt zum Ergebnis, dass über 80 Prozent der außerfamiliären Betreuungsformen hinsichtlich der pädagogischen Prozessqualität im mittleren Bereich liegen. Eine gute pädagogische Prozessqualität kommt dabei in jedem der Betreuungssettings in weniger als zehn Prozent der Fälle vor, eine unzureichende Qualität dagegen zum Teil in deutlich mehr als zehn Prozent. Bezieht sich die Messung auf bestimmte Bildungsbereiche, zum Beispiel Mathematik, Naturwissenschaft und interkulturelles Lernen, ist die Qualität sogar in über 50 Prozent der untersuchten Kindergärten unzureichend. Insgesamt wird für das deutsche System lediglich ein Mittelmaß an Qualität konstatiert. Im ökonomischen Sinne kann damit nicht die vollständige Rendite erzielt werden, die grundsätzlich pädagogisch hochwertige Bildungs- und Betreuungsprogramme in der frühen Kindheit erzielen können.

Anders ausgedrückt, entgeht heute jedem heute geborenen Kind im Laufe seines Lebens wegen unzureichender Bildung in Deutschland ein Wert von über 34.000 Euro.  Die Folgekosten unzureichender Bildung als Summe des entgangenen Bruttoinlandsprodukts über die kommenden 80 Jahre, ist für Brandenburg mit einem entgangenen Bruttoinlandsprodukt (BIP)  von 118 Prozent gegenüber dem heutigen BIP, berechnet worden.  Berücksichtigt wurde dabei bereits, dass das Bruttoinlandsprodukt in Zukunft aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahl niedriger ausfallen wird.


(vgl. u.a. Kathrin Bock-Famulla 2002; W. Steven Barnett und Ellen Frede 2010; Wolfgang Tietze et al. / NUBBEK 2012; Bertelsmann Stiftung [Hrsg.] 2012)