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5. Grund

Für pädagogisch gute Qualität gibt es zwei zentrale Steuerungsansätze für Kindertageseinrichtungen: Finanzausstattung der Einrichtungen sowie Quantität und Qualität des Personals.

Bei aller Eindeutigkeit der vorgenannten Erkenntnisse stellt sich die Frage: Wenn die Qualität der Angebote eine maßgebliche Voraussetzung für die Wirkungen der Kindertagesbetreuung ist, wie lassen sich diese Effekte steuern?

Für verschiedene Experten aus unterschiedlichen Disziplinen ergeben sich bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Arbeit in den Kindertageseinrichtungen zwei zentrale Steuerungsansätze:

  • Finanzierung der Einrichtungen
  • Personal (sowohl hinsichtlich der Quantität als auch Qualität)

Aktuell werden die Ressourcen nur unzureichend ziel- und bedarfsgerecht für die Kitas bereitgestellt. Die (finanziellen) Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind aus pädagogischer Sicht unzureichend. Begünstigt wird dies durch Finanzierungsverfahren und die Finanzierungssystematik. Denn es mehren sich Berichte, dass unterschiedliche Finanzierungskonzepte unterschiedliche Effekte auf die Gestaltungsspielräume der pädagogischen Praxis bewirken können. Das Dilemma liegt wiederum darin, dass in der Regel politische, administrative und vor allem ökonomische Bewertungsmaßstäbe eine Rolle spielen.  Die aktuelle Finanzierungssystematik führt dazu, dass die staatliche Ebene am stärksten belastet wird, die rein monetär gesehen den relativ geringsten Nutzen aus der Kindertagesbetreuung zieht. Zugleich sind die Ebenen, bei denen volkswirtschaftlich und auch fiskalisch gesehen, die größten messbaren Nutzen-Anteile anfallen, nicht oder nur in einem verhältnismäßig geringeren Ausmaß an der Finanzierung beteiligt ist.

Soll also gute pädagogische Qualität erreicht werden, die Nutzeneffekte tatsächlich mit sich bringt, setzt dies die Schaffung erforderlicher Rahmenbedingungen für gute Bildungs- und Betreuungsqualität voraus.

Nicht nur eine ausreichende Finanzierung der Sachkosten zur Absicherung guter pädagogischer Arbeit, sondern auch ausreichend und ausreichend qualifiziertes Personal. Qualifizierte Fachkräfte müssen nicht nur Zeit für die Arbeit mit dem Kind und deren individuellen Bedürfnisse haben, sondern auch Zeit für die enorm wichtige Arbeit mit den Eltern. Sie müssen nicht nur fachliche Kompetenzen und ein professionelles Verständnis mitbringen, sondern brauchen auch Gelegenheit, sich weiterzubilden und Qualität sicherzustellen. Nur dann schafft es gute Kita, dass sich der Besuch positiv auf die Entwicklung von kognitiven und Kompetenzen der Kinder auswirkt und eine Basis für eine erfolgreiche Lebens- und Bildungsbiografie geschaffen werden kann.

Und dann kann sichergestellt sein, dass der volkswirtschaftliche und fiskalische Nutzen die Kosten weit übersteigt.


(vgl. u.a. Wolfgang Tietze, Hans-Günther Roßbach und Katja Grenner 2005, Stefan Sell 2011 und 2014; Kathrin Bock-Famulla und Katharina Keinert 2012; Katharina Spieß 2014)