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18.06.2015

Aktionsplan gegen Kinderarmut! - Landesarmutskonferenz stellt Forderungskatalog vor

Mehr als jedes fünfte Kind in der Bundesrepublik – in Brandenburg sogar jedes vierte – ist von Armut gefährdet. Das ist das erschreckende Fazit einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung. „Es ist nicht hinnehmbar, dass gerade Kindern durch materiellen Verzicht und daraus resultierenden Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe ein vernünftiger Start ins Leben von vornherein versagt bleibt!“, sagte Andreas Kaczynski, 1. Sprecher der Landesarmutskonferenz und Vorstandsvorsitzender des Paritätischen, Landesverband Brandenburg mit Blick auf die Studienergebnisse.

Denn Armut im frühen Lebensalter hat gravierende Auswirkungen auf den weiteren Lebensweg. „Wer Armutskarrieren verhindern will, muss vor allem der Kinderarmut konsequent den Kampf ansagen.“, so Kaczynski weiter. Dies war deshalb das Schwerpunktthema der gestrigen Mitgliederversammlung der Landesarmutskonferenz, in deren Rahmen auch ein Fachgespräch mit Betroffenen, Expert*innen und Politik stattfand.

Im Ergebnis verabschiedeten die Teilnehmer*innen einen Forderungskatalog an die Landesregierung. Diese soll einen Aktionsplan gegen Kinderarmut erarbeiten und im Rahmen des familienpolitischen Programms des Landes schnellstmöglich umsetzen.

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Kernforderungen der lak sind:

  • ein gezielter Einsatz finanzieller Mittel zur Armutsbekämpfung
  • eine nachhaltige und auskömmliche Strukturförderung und Erhaltung bestehender Einrichtungen und Netzwerke für Kinder und Familien
  • die Umsetzung von Handlungsstrategien zur Armutsprävention in Kitas, Schulen und Jugendhilfeangeboten
  • ein gleichberechtigter Zugang zur Gesundheitsvorsorge für alle Kinder
  • die Unterstützung der Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit der Eltern, insbesondere Alleinerziehender
„Wir sind uns darüber im Klaren, dass das Land die durch Bundesgesetze verursachte Einkommensarmut von Familien nicht ausgleichen kann. Dennoch gibt es viele sinnvolle Maßnahmen, mit denen man Kinderarmut auch auf Landesebene bekämpfen kann.“, sagte Kaczynski. „Die Einberufung des Runden Tisches zur Bekämpfung der Kinderarmut ist ein erster Schritt. Konkrete Hilfen und nachhaltige Unterstützungsleistungen, die vor Ort, die direkt bei den Familien und deren Kindern ankommen, müssen folgen!“