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Soziale Kompetenzen fördern

Begegnen Sie armen Menschen in Ihrer Nachbarschaft, in Ihrer Gemeinde oder Stadt? Wissen Sie, aus welchen Gründen diese Menschen in die schwierige soziale Lage gekommen sind?

Studien zufolge kennen 87 Prozent der Deutschen persönlich keine Armen oder Menschen, die in besonders schwierigen Lebenslagen leben. Heißt das, dass es sie nicht gibt? 

Armut und Armutsgefährdung äußern sich für Betroffene nicht nur durch finanzielle Nöte. Oft kommt es zu gesellschaftlicher Ausgrenzung, zum Verlust von Teilhabe- und Bildungschancen sowie einer schmerzhaften Stigmatisierung. 

Qualifizierung und Beschäftigung sind ein wirksamer Schutz vor Verschuldung und Armut. Die Verbände bieten auf der Grundlage öffentlich geförderter Beschäftigungsmaßnahmen Tätigkeiten in vielen Arbeitsfeldern der sozialen Arbeit an. Sie machen Angebote für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt chancenlos sind. Benachteiligte Jugendliche, Langzeitarbeitslose und weitere Gruppen mit „Vermittlungshemmnissen“ werden sozialpädagogisch begleitet und qualifiziert. Schließlich klagen Industrie- und Handelskammern, Ausbildungsbetriebe, auch die Berufsverbände und Berufsschulen über mangelnde „Ausbildungsfähigkeit“ der Auszubildenden, über fehlende soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Empathie, Kommunikations- und Konfliktlösungsfähigkeiten, aber auch dem angemessenen Umgang mit Gefühlen und Stimmungen, Kritikfähigkeit und Motivierungsvermögen. 

Neue Ideen müssen her. Vor einigen Jahren erregte eine bekannte Großbank Aufsehen, als sie ihre Auszubildenden verpflichtete, den Ausbildungsplatz in der Filiale mit einem Praktikantenplatz in einem Seniorenheim zu tauschen. Anfängliche Skepsis und Ablehnung wichen schnell, als die jungen Leute merkten, wie wertvoll der Kontakt zu den
Seniorinnen und Senioren war. Sie entwickelten ein Gefühl und damit Verständnis für ältere Menschen, indem sie persönlich erlebten, dass hinter jeder Person eine interessante Biographie steckte. Eine Kooperation zwischen Ausbildungsbetrieb, Schule und sozialer Einrichtung bedarf viel Sensibilität und macht zunächst Mühe. Doch hier liegt eine große Chance für die Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege, auf diese Weise die Kompetenzen der jungen Menschen zu erweitern. 

Die LIGA wirbt für eine wirkungsvolle Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und setzt sich dafür ein, dass die strukturelle Arbeitslosigkeit in Brandenburg durch umfangreiche, insbesondere auch europäische Arbeitsmarktförderungen aufgefangen wird. Die LIGA engagiert sich intensiv dabei, arbeitsmarktpolitische Instrumente sowie modellhafte und innovative soziale Projekte zu entwickeln und zu optimieren, um eine angemessene Teilhabe am Erwerbsleben zu organisieren. Die Sozialwirtschaft soll als Zukunftsbranche wahrgenommen werden.