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05.01.2009

Aufruf zur Gründung einer Brandenburger Landesarmutskonferenz

Armut - eine Lebenslage, in der es Einzelnen, Gruppen oder ganzen Bevölkerungsschichten nicht möglich ist, ihren Lebensbedarf (Existenzminimum) aus eigenen Kräften und Ressourcen zu sichern. Auch in führenden Industriestaaten wie der Bundesrepublik Deutschland sind immer größere Bevölkerungsgruppen von Armut betroffen, beziehungsweise einem über-durchschnittlichen Risiko arm zu werden ausgesetzt.

U.a.:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit deutlich unterdurchschnittlichem Arbeitseinkommen
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer
  • Familien mit mehreren Kindern und nur geringem Arbeitseinkommen
  • Langzeitarbeitslose
  • ALG II Bedarfsgemeinschaften
  • Junge, allein stehende Arbeitslose
  • Allein erziehende Mütter und Väter
  • Ältere Frauen und Männer
  • Migrantinnen und Migranten
Laut Aussagen der Europäischen Union leben in Deutschland ca. 10 Millionen Menschen in Armut, darunter mehr als 1,7 Millionen Kinder. Um den unübersehbaren Folgen wirkungsvoll begegnen zu können, bedarf es der Bündelung aller gesellschaftlichen Kräfte. Armut ist jedoch kein Naturereignis, sondern in Deutschland u.a. die Folge sozial- und wirtschaftspolitischer Entscheidungen, die zu einer bisher beispiellosen Spaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche geführt haben.

Wir wollen dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen! Deshalb rufen wir zur Grün-dung einer Brandenburger Landesarmutskonferenz (lak Brandenburg) auf!

Sie soll
  • ein Forum für Nichtregierungsorganisationen und Initiativen des Landes Brandenburg bilden, die mit ihren sozialen und fachlichen Kompetenzen zur Überwindung von Armut beitragen.
  • mit ihrer Arbeit dazu beitragen, das Armutsproblem in den öffentlichen Blickpunkt zu rücken und die Selbsthilfeansätze der von Armut betroffenen oder bedrohten Menschen zu unterstützen.
  • sich mit öffentlichen Stellungnahmen und Positionierungen in die gesellschaftliche Debatte zur Armuts- und Reichtumsentwicklung einmischen.
  • ihren Auftrag unter anderem darin sehen, einen Beitrag zu einer veränderten Politik im Land Brandenburg zu leisten, damit die Lebenslagen armer Menschen ver-bessert und eine strukturelle Überwindung von Armutsbedrohung erreicht wird.
  • die Brandenburger Wirtschafts- und Sozialpolitik kritisch und öffentlich begleiten.
  • mit der „Nationalen Armutskonferenz für die Bundesrepublik Deutschland“ und mit anderen Landesarmutskonferenzen zusammenarbeiten.