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Begrüßung und Einführung

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe pädagogische Fachkräfte, liebe Kita-Leitungen,

dieser Tag steht unter unserem gemeinsamen Anliegen, sich für bessere Rahmenbedingungen und mehr Qualität in den Kindertagesstätten des Landes einzusetzen. Und dieser Tag vor allem für Sie, die – und das meine ich ganz, ganz ehrlich – meinen ganz persönlichen Respekt und meine Anerkennung für Ihre tägliche Arbeit haben und daher seien Sie mir, seien Sie uns besonders willkommen!

Als die Kollegen der AG KitaKampagne den heutigen Tag geplant hatten, stellten kalkulierten Sie mit maximal 200 Teilnehmern. Es gab eine Zeit, da stellten Sie ihre eigene, optimistisch kalkulierte Planungsgröße vorsichtig in Frage. Und nun: In den letzten Tagen mussten wir jedoch feststellen, dass der große Hörsaal hier mit rd. 250 Plätzen bei weitem nicht ausreicht. Hätten wir alle Interessenten berücksichtigen können, hätte es wohl gut und gerne ein doppelt so großer Saal sein können. Und es ist wahrlich etwas Besonderes, wenn sich mehr als 300 pädagogische Fachkräfte aus dem ganzen Land auf machen, um an solch einem Fachtag teilzunehmen – fällt es doch wahrlich nicht leicht, sich aus den Kitas loszumachen und allzu oft erleben wir Veranstaltungen, bei denen ein nicht unerheblicher Teil der geplanten Teilnehmer kurzfristig aufgrund der personellen Situation sich doch nicht frei machen können. Insofern gilt nicht nur Ihnen ein herzliches Willkommen, sondern auch Ihren KollegInnen ein großes Dankeschön, dass sie Ihre Teilnahme hier ermöglichen!

Die von den Wohlfahrtsverbänden initiierte Kampagne  ist für über 1.800 Kitas im Land Brandenburg – unabhängig davon ob diese in freier oder kommunaler Trägerschaft sind. Wir wollen mit ihr qualitätssichernde Bedingungen für aktuell fast 160.000 Kinder und über 20.000 pädagogische Fachkräfte erreichen. Allein diese zahlen verdeutlichen die Dimensionen.

Die Bedeutung der Qualität in Kitas in den Kindertagesstätten des Landes die dafür notwendigen aber fehlenden Rahmenbedingungen stehen heute – wie auch in der Kampagne selbst im Vordergrund.

Es ist Zeit für Qualität! – Gemeinsam für: Gute Bildung. Von Anfang an! – Lassen Sie mich ganz kurz den heutigen Bildungstag und das Motto der Kita-Kampagne dechiffrieren, wenngleich ich hier nur an der Oberfläche kratzen und nicht längst alle Aspekte erwähnen kann. Wir haben bei den Kampagnenüberlegungen das Motto sehr bewusst gewählt.

Gute Bildung. Von Anfang an!

Die Bedeutung guter Kita bzw. guter frühkindlicher Bildung muss ich wohl hier und heute keinem erklären, zumals dies allein dieses schon den vorgegebenen zeitlichen Rahmen sprengen würde. Alle beteuern heute, dass Kita anerkannte orte frühkindlicher Bildungsprozesse sind und Chancengerechtigkeit für alle Kinder und bessere Bildungsbedingungen von Beginn an sichern können und damit  ein wichtiger Zukunftsschlüssel für Brandenburg sind.

Wir wissen auch, dass Bildungsprozesse der Kinder von Anfang an Zeit und Aufmerksamkeit brauchen.

Und die verschiedenste Studie zeigen uns auf, dass Investitionen in frühkindliche Bildung sich lohnen.

Wir sind uns wohl einig, dass unsere Kinder heute alle Möglichkeiten erhalten sollen, um morgen Ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Dem werden wir in Brandenburg durch eine Betreuungsquote von über 97% gerecht, die uns bei einem Blick auf bundesweite Vergleiche stolz machen lässt.

Wir stellen zwar auch fest, dass sich die Landeszuweisungen von 136,5 Mio € in 2008 auf rund 218 Mio. € in 2013 erhöht haben. Zugleich konstatieren wir, dass sich der Landesanteil an den Gesamtinvestitionen im frühkindlichen Bildungsbereich in den letzten 12 Jahren von rd.  50% auf rd. 20% trotz der Erhöhungen geschmälert hat.

Und dennoch: Wir erleben wir seit Jahren ein eine besorgniserregende Entwicklung. Einerseits verweisen die Kommunen – zurecht – im Kontext der Kindertagesbetreuung auf die kommunale Daseinsvorsorge. Andererseits werden dringend notwendige Verbesserungen der Rahmenbedingungen durch gegenseitige Verantwortungszuweisung und Blockadehaltung nicht mal ernsthaft gemeinsam weitergedacht. Das strikte Konnexitätsprinzip begünstigt dies.

Zuweilen scheint es auch so, dass gern vergessen wird, dass über 50 Prozent der Kitas im Land in kommunaler Trägerschaft sind. Daher müssten aus unserer Sicht auch die Kommunen ein Interesse über das, welches sich aus der kommunalen Daseinsvorsorge ergibt – haben, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Insofern rufen wir Sie heute auch auf, nehmen Sie bei allen Ihren Aktivitäten die benachbarten kommunalen Kitas mit, um sich gemeinsam stark zu machen.

2009 haben wir im Rahmen der Kampagne erlebt, dass Sie vor die Rathäuser marschiert sind und nicht wenige Bürgermeister sich unser aller Forderungen verbal angeschlossen haben und vom Land bessere Personalschlüssel und mehr Leitungsfreistellung, eine verbesserte Praxisberatung etc. mit gefordert. Nicht darauf eingegangen wurde, dass auch Landkreise und kreisangehörige Gemeinden  wie auch die kreisfreien Städte eine nicht unerhebliche Mitverantwortung tragen. Gemeinsame Verantwortung und Konnexität bedeutet nämlich auch, sich Ansätzen für Verbesserungen mit finanziellen Konsequenzen nicht ständig zu blockieren.

Daher sagen wir: es geht nur gemeinsam!!! – gemeinsam mit allen in der Finanzierungsverantwortung stehenden.

Der heutige Bildungstag folgt dieser Logik und um dies zu untersetzen und künftige Dialoge auf Landesebene aber auch vor Ort mit aktuellen Zahlen, Daten und Fakten zu untersetzen, haben wir Wissenschaftsexperten eingeladen, um die neuesten Erkenntnisse aus aktuellen Untersuchungen vorzustellen. Wir werden uns am heutigen Tage und damit unmittelbar zeitnah zur Veröffentlichung der ersten KitaZoom-Studie auch dem Umstand widmen müssen, dass die Finanzierungssystematik im Kita-Gesetz nicht so gestaltet so gestaltet ist, dass der gesetzliche Schlüssel überhaupt eingehalten werden kann.

Ungeachtet dessen, sind wir aber überzeugt davon, dass auch Sie für die bevorstehenden Dialoge – während und auch nach den Phasen von Kommunalwahlkampf und Landtagswahlkampf gut untersetzte Argumente brauchen werden. Nicht zuletzt deshalb haben wir auch auf der Kampagnenhomepage u.a. Wahlprüfsteine zur Verfügung gestellt und laden Sie alle ein, diese zu nutzen.

Wir wollen daher aber auch die Gelegenheit nutzen, in den Dialog zu treten. Mit der heutigen nachmittäglichen Diskussionsrunde treten wir nach vielen bislang vorangegangenen Dialogen der letzten Wochen und Monate wieder in der Öffentlichkeit in den Dialog mit Vertretern aller Ebenen. Zugleich wollen wir damit symbolisch Impulse für viele weitere Gespräche setzen, die wir uns auch einfordern werden und dies Sie vor Ort ebenfalls auf lokal- und regionalpolitischer Ebene einfordern sollten!

Aber wir wollen nicht vergessen, auch einige Qualitätsaspekte guter Kita zu vertiefen. Die Forenauswahl ab 13 Uhr ist breit angelegt:

  • Bildungsprozesse setzen Vertrauen voraus, dies wiederum setzt Bindung voraus. Und Bindung – das wissen wir seit mehr als 60 Jahren spätestens durch Emmi Pikler – braucht Zeit! – Ich freue mich, dass Sie, liebe Frau Professorin Annette Dreier das Forum B bereichern werden.
  • Bildungsprozesse in Kitas brauchen aber ganz viel Dialoge. Und auch für Dialoge muss Zeit sein. – Danke liebe Frau Professorin Frauke Hildebrandt, dass Sie heute das Forum I zu diesem Thema leiten werden.
  • Bildungsprozesse gezielt zu begleiten – dies ist eine der wesentlichsten, wenn nicht eigentlich DIE wesentliche Aufgabe von pädagogischen Fachkräften. Und Sie wissen besser als ich, dass dies ebenfalls Zeit braucht. Zeit für Beobachtung und Dokumentation – nicht zuletzt dann auch, um Entwicklungsgespräche mit den Eltern zu führen. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass eine gute systematische Dokumentationsarbeit sowohl positive Effekte für das einzelne Kind, als auch die Arbeit der einzelnen Fachkraft und für das gesamte Kita-Team haben kann. – Danke, liebe Beate Andres und lieber Hajo Laewen, dass Sie dies heute mit uns in den Foren L und D vertiefen werden.
  • Zeit für Kooperation u.a. zwischen Kita und Schule ist ebenfalls Voraussetzung für eine gelingende Übergangsgestaltung. Und damit haben wir einen der seit Jahren diskutierten Knackpunkte angesprochen.  – Danke an Markus Althoff, dass Sie mit uns versuchen die Frage im Forum G zu klären, was es aus Sicht von Schule braucht und was Kita leisten kann.
  • Wer kann was wie aufgrund der aktuellen Finanzierungssystematik machen. Mit den provokanten Titeln „Qualität – immer eine Frage des Geldes?!“ – bieten Bettina Stobbe und Grit Meyer vom Paritätischen Landesverband die Foren U und N an und versuchen Sie zugleich noch kampagnenfähiger zu machen.

Und was wäre eine Kampagne und ein solcher Tag wie heute, der eingebettet ist in die Kampagne, ohne symbolische Aktionen… Immerhin geht es auch darum, Aufmerksamkeit über die Fachwelt hinaus zu schaffen und Botschaften zu senden.
  • Wir haben auf der Kampagnenhomepage für Ihre Aktionen eine Aktionsideenbox zum Download zur Verfügung gestellt. Nutzen Sie diese ausdrücklich, um sich kita- und trägerübergreifend zusammenzutun.
  • Wir wollen es heute mit der ersten Sammlung von Postkarten mit Ihren Absendern tun. Machen Sie davon gebrauch und stecken ihre Postkarte mit Ihrem Absender in die roten Boxen, die Sie überall finden. Einen gesammelten Gruß wird die LIGA am 1. April persönlich dem Ministerpräsidenten überreichen.
  • Wir wollen aber auch von hier aus, hunderte Luftballons mit den Postkarten zum Abschluss heute um 15.30 Uhr gemeinsam mit Ihnen in den sonnigen, Optimismus verbreitenden Himmel steigen lassen und hoffen auf viele Nachahmer in den kommenden Wochen und Monaten.
Eine weitere Symbolik stellt der Kampagnenschlüssel dar, welchen wir beim Kampagnenstart im Landtag dem Bildungsausschuss am 23. Januar überreicht haben. 5 weitere Schlüssel senden wir im Laufe des Tages ins Land und ich möchte schon mal Frau Reikowski von der Fröbel Potsdam gGmbH nach vorne bitten.