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Bildungstag am 12. März 2014

Es ist Zeit für Qualität!

GEMEINSAM FÜR: GUTE BILDUNG. VON ANFANG AN!

 
Es ist für dieses Arbeitsfeld schon etwas Besonderes, wenn sich über 300 Erzieherinnen und Erzieher aus ganz Brandenburg aus den Einrichtungen Zeit nehmen, nach Potsdam reisen und sich gemeinsam für bessere Qualität und Rahmenbedingungen in den Kindertagesstätten stark machen. Der Bildungstag im Rahmen der Kita-Kampagne „Gemeinsam für: Gute Bildung. Von Anfang an!“ in Potsdam hat mit Aktionen, Dialogen und Fachforen zu einzelnen Aspekten guter Kita-Qualität und Ergebnissen aus aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Situation und den Handlungsbedarfen in Brandenburger Kitas ein breites Spektrum dafür angeboten. Das ausführliche Programm finden Sie zum Download.

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Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass die Defizite in der Praxis weitaus größer sind

Es ist allgemein bekannt, dass Brandenburg bundesweit mit die schlechteste Personalausstattung in Kindertagesstätten hat. Die bisherigen Zahlen dazu sind bloße Theorie. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass die Defizite in der Praxis weitaus größer sind, als bislang angenommen. Zwei tage nach der Veröffentlichung der KitaZoom-Studie für Potsdam werden die zentralen Erkenntnisse auf dem Bildungstag der Kita-Kampagne vorgestellt.

Der große Hörsaal der FH Potsdam ist bis auf den letzten Platz gefüllt, einige Teilnehmer sitzen auf den Treppen und stehen. Nach der Begrüßung und einem ausführlichen Inputreferat zu Ergebnissen der sog. NUBBEK-Studie von Prof. Dr. Wolfgang Tietze referiert Kathrin Bock-Famulla von der Bertelsmann Stiftung. Am Raunen, das während des Vortrags immer wieder im Publikum anhebt, ist zu erkennen, dass hier Brisantes präsentiert wird. Erstmals hat die Stiftung mit von 26 Kitas und ihren Trägern sowie mit Unterstützung der Stadt beispielhaft bis ins Detail die Finanzierungssituation analysiert, wie viele Kinder wie lange die Einrichtungen besuchen, auf wie viele ErzieherInnen sie dort kraft Kita-Gesetz treffen müssten und wie viele tatsächlich da sind.

Fazit: Der vorgeschriebene rechnerische Personalschlüssel kann aufgrund der durch öffentliche Finanzierung bereitgestellten Gelder nicht eingehalten werden, um Kinder mit Anwesenheitszeiten von 7,5 Stunden und mehr pro Tag gesetzeskonform zu betreuen. Vier von 5 Kindern in Potsdam (und wohl auch in anderen Landesteilen) gehen aber deutlich länger in die KiTa, nämlich 8 bis 10 Stunden pro Tag (und zum Teil noch länger). Diese Stunden sind nach der KitaZoom-Studie demnach nicht finanziert. Da das personal naturgemäß über den ganzen Tag verteilt wird, ergibt sich unter dem Strich für alle Kinder ein noch deutlich schlechterer Betreuungsschlüssel als ohnehin schon auf dem Papier.

Kathrin Bock-Famulla nennt auch weitere Zahlen: Auf 70.000 € Finanzierungsdefizit beziffert sich die jährliche Finanzierungslücke für das personal einer Einrichtung mit 100 Kindern. Allein in Potsdam wurden im Jahr 2011 rd. 800.000 Betreuungsstunden nicht finanziert. Es ist noch einmal hohe Konzentration gefragt, als Kathrin Bock-Famulla den immer wieder zitierten Personalschlüssel als „leidglich rechnerische Größe“ erklärt, die wenig darüber aussagt, um wie viele Kinder sich eine pädagogische Fachkraft im Alltag tatsächlich kümmern muss. Für Potsdam hat die Bertelsmann-Stiftung für die unter Dreijährigen ausgerechnet, dass der Schlüssel von 1:6 nur rechnerisch auf ein Verhältnis von 1:7,2. Berücksichtigt man Urlaub und andere Fehlzeiten wie Fortbildung und Krankheit mit anteilig 25% , ergibt sich eine zurückhaltend gerechnete Fachkraft-Kind-Relation von 1:9,6. Legt man andere Quoten für Ausfallzeiten (wie z.B. wegen langer Krankheit) zugrunde, kommt man bei den Jüngsten auf ein Verhältnis von 1:12.

Für die über Dreijährigen sieht es ähnlich aus. Die Stiftung empfiehlt hier 1:7,5, das Brandenburgische Kita-Gesetz schreibt 1:12 vor und in der Praxis kümmert sich eine Fachkraft um 20 Kinder.

Aber auch weitere Zahlen sorgten am Mittwoch für aufgeregtes Gemurmel beim Bildungstag. Die Niveau-Unterschiede sind auch unter den Kitas groß, sowohl beispielsweise in den Ausgaben für Weiterbildung und den Einnahmen durch Elternbeiträge.

Die Debatte um die Kita-Landschaft wird wohl auch nach diesem Bildungstag anhalten und die Studie sowie die sowohl von Wolfgang Tietze als auch von Kathrin Bock-Famulla abgeleiteten Schlussfolgerungen und aufgezeigten Handlungsbedarfe werden sicher Grundlage weiterer Diskussionen sein.

Begrüßung und Einführung

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe pädagogische Fachkräfte, liebe Kita-Leitungen,

dieser Tag steht unter unserem gemeinsamen Anliegen, sich für bessere Rahmenbedingungen und mehr Qualität in den Kindertagesstätten des Landes einzusetzen. Und dieser Tag vor allem für Sie, die – und das meine ich ganz, ganz ehrlich – meinen ganz persönlichen Respekt und meine Anerkennung für Ihre tägliche Arbeit haben und daher seien Sie mir, seien Sie uns besonders willkommen!

Engagiert auf vielen Wegen!

Download

Gute KiTa (?) im Land Brandenburg – Situation und Handlungsbedarfe

Dateigröße: 1,18 MB, application/pdf

Die Situation der frühkindlichen Bildung

Dateigröße: 0,34 MB, application/pdf

Zeit für Dialoge mit Kindern im Kita-Alltag

Dateigröße: 1,05 MB, application/pdf

Mit Unterstützung von: