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Personalschlüssel

Im Personalschlüssel ist ALLES enthalten, was für eine gute Kita-Arbeit notwendig ist - sagt der Gesetzgeber…

… und legt mit § 10 Abs. 1 des Kindertagesstättengesetzes des Landes Brandenburg (KitaG) den sog. Personalschlüssel fest. Damit definiert dieser die Personalausstattung einschließlich der unmittelbaren pädagogischen Arbeit mit den Kindern wie auch für Tätigkeiten zur Vor- und Nachbereitung und Elternarbeit sowie sämtliche Ausfallzeiten durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung (siehe auch KitaPersV§ 2, Abs. 1).

Das Land verbesserte ab August 2010 den Betreuungsschlüssel. Doch noch immer ist Brandenburg im Ländervergleich Schlusslicht wie der aktuelle Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2013 der Bertelsmann-Stiftung zeigt.

Der Personalschlüssel spiegelt aber nicht die tatsächliche Fachkraft-Kind-Relation wider, die nach verschiedenen Studien im Bereich der unter 3jährigen zwischen 1/3 und 1/5 empfohlen wird und bei den Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren nicht höher als 1:10 liegen sollte.

Vor- und Nachbereitung und Elternarbeit sowie Fortbildung definieren die sog. mittelbare pädagogische Arbeit, die nach verschiedenen Untersuchungen 20 bis 25 Prozent der Arbeitszeit ausmachen. Ebenfalls haben die Studien ergeben, dass sonstige Ausfallzeiten aufgrund von Urlaub und Krankheit durchschnittlich weitere 20 bis 23 Prozent abzuziehen sind, wenn man die unmittelbare pädagogische Arbeit, d.h. die tatsächliche „Arbeit am / mit dem Kind“ betrachtet.

Der wirkliche Schlüssel (auch bekannt unter den Begriffen Betreuungsschlüssel, Fachkraft-Kind-Relation), d.h. der ALLTAG der/s Erzieherin/s, ist der Personalschlüssel aus dem Kita- Gesetz MINUS aller Arbeitszeitanteile, die nicht unmittelbar für die Kinder gedacht sind.

Je nach Betrachtungsweise ergibt sich aufgrund der Brandenburger Regelung zum Betreuungsschlüssel die Fachkraft-Kind-Relation wie in nachstehender Tabelle abgebildet. Und dies dürfte auch (je nach Einrichtung und Zeitpunkt der Betrachtung) jenes Bild widergeben, das Eltern in den Kitas bekommen.

Zum Vergleich: das Verhältnis von Betreuungsperson zu Kindern ist in der Tagespflege auf 1:5 maximal begrenzt.

Das bildungspolitische Credo „Auf den Anfang kommt es an!“ gilt in besonderem Maße für die Jüngsten.  Hier sind individuelle, dem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechende Betreuung und Förderung von grundlegender Bedeutung. Zugleich ist die Inanspruchnahme der Fachkräfte aufgrund des höheren Pflegebedarfs in den ersten zwei Lebensjahren besonders intensiv. Vertrauen und hohe Bindungsqualität sind hier zudem besonders wichtig.

Fachkraft-Kind-Relation in Bildern

Krippe

Personalschlüssel 1:6
Alltag: 1:9  - oder mehr

Kindergarten

Personalschlüssel 1:12
Alltag: 1:16  - oder mehr

Hort

Personalschlüssel 1:15
Alltag: 1:23  - oder mehr