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Sicherstellung ausreichender Zeitkontingente für die vielfältigen Aufgaben der Leitung

Mehr Zeit für Leitung bedeutet nicht nur mehr Zeit für Elterngespräche, Team- und Organisationsentwicklung und vieles mehr (zum umfangreichen Aufgabenprofil siehe Aufgabenprofil Kita-Leitung). Mehr Zeit für Leitung bedeutet auch, dass zusätzliche Zeitressourcen für das notwendige pädagogische Personal in den Kindertagesstätten frei werden. Damit ist die Leitungsfreistellung in doppelter Weise ein wichtiger Beitrag zur Strukturqualität: Es wird Zeit für die Gestaltung und Begleitung von Qualitätsentwicklungsprozessen ermöglicht und es verbessert die Fachkraft-Kind-Relation.

Mit Wirkung zum 01.10.2017 wird eine jahrelange Forderung zur Verbesserung der Freistellung für pädagogische Leitungstätigkeiten umgesetzt und erstmalig eine Sockelfreistellung im Ansatz berücksichtigt. Damit wird anerkannt, dass es eine Grundausstattung an Leitungszeit geben muss, die unabhängig von der Einrichtungsgröße (gemessen an Mitarbeiter*innen- oder Kinderzahlen) notwendig ist. Mit 0,0625 VZE (d.h. 2,5 Stunden) Sockelfreistellung für alle Einrichtungen profitieren alle Einrichtungen ein wenig davon und insbesondere die kleinen Einrichtungen. Zum anderen wird hier der Grundstein für eine systemische Umstellung gelegt. Aber darf dies nur der Anfang bleiben, denn von den fachlichen Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung sind wir noch weit entfernt.

Verschiedene Studien bestätigen die Berichte aus der Praxis, dass sich bei unzureichender Freistellung ein Spannungsfeld ergibt und das Leitungshandeln sowie die Qualitätssicherung und -entwicklung negativ beeinflusst wird.

  • Unzureichende zeitliche Leitungsressourcen bergen ein erhebliches Risiko, dass Führungs- und Leitungstätigkeiten nur nebenbei ausgeführt werden können. Grundlegende Leitungsverantwortungsbereiche wie z.B. die Organisationsentwicklung, die pädagogisch-konzeptionelle Weiterentwicklung und Umsetzung oder die Zusammenarbeit mit dem Sozialraum können gar nicht bzw. lediglich in geringem Umfang umgesetzt werden, was sich negativ auf die Qualität einer Einrichtung auswirken kann.
  • Werden bei fehlenden bzw. unzureichenden Zeitressourcen für die Leitungstätigkeit diese Aufgaben in der Freizeit erledigt, führt dies in der Folge zu gesundheitlichen Belastungen der Leitungskräfte und ebenfalls zu einem Qualitätsverlust.
  • Werden Leitungsaufgaben in jener Zeit ausgeführt, die für die Arbeit mit den Kindern vorgesehen ist, fehlen die personellen Ressourcen bzw. die Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern. Auch dies führt zur Qualitätsminderung.