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Pressemitteilung

Unsichtbare Spuren häuslicher Gewalt bei Kindern – Was tun?

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16.10.2014

Unsichtbare Spuren häuslicher Gewalt bei Kindern – Was tun?

LIGA der Freien Wohlfahrtspflege – Spitzenverbände im Land Brandenburg nimmt Auswirkungen des Miterlebens häuslicher Gewalt in den Blick.

Häusliche Gewalt zwischen Erwachsenen mitzuerleben heißt für Kinder auch immer Spuren davon zu tragen. Es sind oftmals die unsichtbaren Spuren, die übersehen werden. Die Folge: Kinder werden mit ihren Problemen und ohne Hilfe allein gelassen, wenn sie häusliche Gewalt zwischen Er-wachsenen erleben. Zusehen oder zuhören zu müssen, bedeutet jedoch für jedes Kind großes Leid und wirkt oftmals traumatisierend. Wie verarbeiten die betroffenen Kinder und Jugendlichen das Erlebte? Wem vertrauen sie sich an? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es für die Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe, in der Kita oder in der Schule? Diesen und weiteren elementaren Fragen ging die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Brandenburg nach, um Fachkräfte dementsprechend zu sensibilisieren und zu schulen. Zu diesem Anlass fand am 15. Oktober 2014 im Potsdamer Haus der Natur der zweite Fachtag „Wenn Kinder häusliche Gewalt erleben – Vernetztes Handeln“ statt.

An dem Fachtag nahmen rund 75 Fachkräfte und Multiplikatoren aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Kindertagesbetreuung, Akteure des Kinderschutzes, der Jugend-, Gesundheits- und  Sozialämter, Frauenschutzeinrichtungen und Familienhebammen teil.

Der Fokus der Veranstaltung lag auf der Notwendigkeit vernetzter Handlungs- und Kooperationsstrukturen: „Es ist wichtig, dass  wir auf die betroffene Kinder aufmerksam werden und vertrauensvoll sowie fachlich kompetent auf sie eingehen. Zugleich sollten unsere Fachkräfte aber auch wissen, welche zusätzlichen Unterstützungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden können. Hierfür bedarf es die Vernetzung verschiedener Professionsbereiche,“ argumentiert Anne Böttcher, LIGA-Vorsitzende und Geschäftsführerin des AWO Landesverbandes Brandenburg e.V. „Deshalb ist es wichtig, von den anderen zu wissen, deren Arbeitsbereiche und Handlungsmöglichkeiten zu kennen.“

Mit diesem Fachtag wurde hierfür ein wichtiger Impuls gesetzt. Fachliche und praktische Handreichungen zum Thema rundeten den zweiten Fachtag der brandenburgischen Wohlfahrtsverbände zum Thema Miterleben von häuslicher Gewalt ab.

Fachlichen Input und Unterstützung erhielten sie unter anderem von Dr. Murafi, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeut, sowie von Henrike Krüsmann, Koordinatorin im Bereich Kinder und Jugendliche bei der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e.V.), Friedhelm Güthoff, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Nordrhein-Westfalen, Olaf Schulze, Präventionsbeauftragter der Polizei Dahme-Spreewald, Frank Hartwig, Sozialarbeiter Kinderschutz im Landkreis Oberhavel und Heike Köhncke, Familienhebamme im Landkreis Oberhavel.